howisharry

Oscar.

In Gefährten am April 7, 2010 um 8:35 am

Meine Damen und Herren, ich bin ein Tierfreund.

Nicht zuletzt, weil ich auf einem Bauernhof mit (das mach ich jetzt extra, genau weils keinen interessiert, haha) etwa 18 Kühen, 5 Rindern und 2 Kälbern, 3 Zwergziegen sowie einem permanent anwesenden und einigen temporär zu Besuch kommenden Hunden (damit ist u.a. Memler gemeint – also der Temporäre…) aufgewachsen bin, NEIN, sondern weil ich ein Herz für Tiere habe. Genau genommen finde ich Hunde im Allgemeinen um einiges ehrlicher, loyaler und warmherziger als Menschen, und ich glaube genau das merken die Hunde bei mir – zum Glück!  In meiner neuen Wohnung ist nämlich neben Ramon, dem spanischen (um ihn bei der Rasse  zu nennen [* Insider]) Techno-begeisterten, noch ein anderer Flatmate anwesend: Oscar! Oscar ist etwa so gross wie ein kleiner Hund und gehört deshalb zur Rasse „kleiner Hund“. Er hat neugierige braune Augen und hat etwas mit Quentin Tarantino gemeinsam: Er steht auf Füsse! Und zwar tierisch (haha). Hier ein Foto von Oscar:


Während mein Fussfetishisten-Flatmate mir meinen grossen Zeh abschlabbert, habe ich noch Zeit eine andere Geschichte zu erzählen, bei der es nützlich war, ein Tierfreund zu sein:

Es kam nämlich bei meinem alten Job (mit Flex von der Shizzlebeats-Gääääääng) öfters mal vor, dass ich für den Herren „unangenehme“ Aufgaben erledigen DURFTE (um es mit seinen Worten auszudrücken). So auch, als ich Frau S. aus K. (* Name ist Flex bekannt) einen reparierten Laptop liefern DURFTE, den er Ihr seit etwa 2 Monaten versprochen hatte und sich (um es nun mit Frau S.’s Worten auszudrücken) auf geschätzte 1001 Anrufe weder gemeldet noch zurückgemeldet hatte. Frau S. war also STINKSAUER, und das war nun MEIN Problem. Und was tut  man als äusserlich erkennbarer Araber in so einer Situation? RICHTIG – man sagt „Grüezi Frä S.“ und entschuldigt sich für die lange Wartezeit. (Alle die sich jetzt fragen, was dieses Gelaber mit dem Thema Tierfreund zu tun hat, sollen gefälligst das tun was ich nie zustande bringe: Geduldig sein)

Frau S. machte nämlich keine Anstalten, sich von meiner freundlichen und Sunnyboy-ähnlichen Art auch nur ein BISSCHEN besänftigen zu lassen. Um mir dies zu verdeutlichen, schloss sie demonstrativ nochmals die Tür vor mir, um Ihren, ZITAT: „meistens Fremden gegenüber etwas aggressiven“, Schäferhund ins Nebenzimmer zu bringen (obwohl sie den Hund am liebsten auf mich gehetzt hätte, haha) und bat mich nachher herein. Stimmung auf dem Nullpunkt, ich beginne meine Arbeit, die Moleküle in der Luft scheinen still zu stehen. Ungefähr 10 Minuten später steht dieser zugegebenermassen grosse Hund neben mir und schaut mich an – hechelnd, lieb. Frau S. eilt herbei und bringt den Hund wieder weg. Weitere 10 Minuten später steht der Hund wieder im Arbeitszimmer – diesmal aber unter dem Tisch, beschnuppert, will gekrault werden. Ich kraule ihn, und für einen kurzen Moment habe ich das Gefühl, dass dieser Hund mir aus der Patsche helfen will. Frau S. bringt den Hund ein weiteres Mal weg und das Szenario wiederholt sich noch einmal – da bricht das Eis und Frau S. erzählt begeistert, dass Ihr Hund sonst nie zutraulich gegenüber Fremden wäre.

Ich kraule dem Hund also weiter das Fell und Frau S. macht lächelnd das, was man tut wenn sich ein äusserlich erkennbarer Araber bei einem entschuldigt: Sie bietet ihm einen Kaffee an…

Schleichender Bürokratismus

In Entdeckungsreisen am April 6, 2010 um 8:02 pm

Neulich, in Berlin Neukölln: Während dem Erkunden meiner neuen Nachbarschaft (zu Fuss, wohlgemerkt – mir fällt mit schmerzenden Füssen erst jetzt auf wie faul die Leute auf dem Land wirklich sind) und nach dem Passieren von 1001 Dönerbuden und Spätkauf’s (ja, dieses Wort steht absichtlich in inkorrekter Pluralform. Man.) stehe ich an einer Verzweigung.

So weit alles klar? Klar. Dann sehe ich dieses Schild, und mir fällt es, ums wie Dan Brown zu beschreiben, wie Schuppen von den Augen: In meiner neuen Nachbarschaft scheint sich ein schleichender Bürokratismus breit zu machen – langsam und subtil infiltriert er bestehende Gesellschaftsstrukturen, traditionelle Kulturangewohnheiten und seit Jahrhunderten verankerte Wertvorstellungen. WAS SONST sollte auf dem Bild hier das Rathaus zu suchen haben?

Der aufmerksame Leser aus der Schweiz weiss nun sofort, was zu tun ist: Partei gründen, Wahlkampfgelder von hochstehenden Leuten der Privatwirtschaft einsacken und mit einem gekonnt verkauften Image den Mittelstand abholen – auf in den Kampf! (not)

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